Kia Soul mit Facelift und neuem Benziner im Test: Individueller Exot
Testbericht
Nizza (Frankreich), 13. Januar 2012 - Als Kia 2009 den Soul auf den Markt brachte, war der etwas ganz Besonderes. Ein Crossover aus Minivan und SUV war damals alles andere gewöhnlich. Außerdem leitete der Soul bei der koreanischen Marke eine Designwende ein, die sich in schicken Modellen vom Picanto bis zum neuen Optima fortgesetzt hat. Über 400.000 Mal wurde der Soul bisher verkauft, vor allem in Asien und Nordamerika. Auf Deutschlands Straßen ist der Soul hingegen ein Exot geblieben, gerade einmal 1.250 Modelle wurden hier 2011 neu zugelassen. Ob sich das nach dem Facelift ändert? Markanter Auftritt bleibt Hochgelegte Karosserie, abfallende Dachlinie, große Scheinwerfer und lang gezogene Rückleuchten - die Hauptmerkmale des Soul bleiben unverändert. Optisch wurde das Fahrzeug nur dezent verändert. Die Basisversion ist lediglich an einem breiteren vorderen Lufteinlass sowie einem modifizierten Heckstoßfänger zu erkennen. Alle anderen Neuerungen sind den höheren Ausstattungsvarianten vorbehalten. Dazu zählen größere Nebelscheinwerfer, Tagfahrlichter und Rückleuchten in LED-Technik, Blinker in den Außenspiegeln sowie neu gestaltete Leichtmetallräder. Blinkende LautsprecherIm peppig gestalteten Innenraum fallen die deutlich hervorgehobene Mittelkonsole und farblich abgesetzte Zierleisten auf. Als "Gag" lassen sich die beiden runden, in die Türen integrierten Lautsprecher blinkend in verschiedenen Farben beleuchten. Im übersichtlichen, ordentlich verarbeiteten Cockpit wurden einige Bedienelemente modifiziert, etwa für die Klimaautomatik. Überzeugend ist es um das Raumangebot des Soul bestellt. Selbst große Personen finden auf allen Plätzen ausreichende Kopf- und Beinfreiheit vor. Hinten kann - wie in nur noch wenigen Fahrzeugen - auch der mittlere Sitz gut genutzt werden. Für die Sessel von Fahrer und Beifahrer wäre jedoch etwas mehr Seitenhalt wünschenswert. Der Kofferraum ist über eine recht hohe Ladekante zu erreichen, fasst aber ordentliche 340 Liter, nur zehn Liter weniger als ein Golf. Bei umgelegten Rücksitzlehnen passen maximal 1.258 Liter Gepäck - oder, wie Kia es ausdrückt, zwei Mountainbikes - in den Soul.
Antrieb: | Frontantrieb |
---|---|
Anzahl Gänge: | 6 |
Getriebe: | Schaltgetriebe |
Motor Bauart: | Reihen-Ottomotor mit Benzindirekteinspritzung |
Hubraum: | 1.591 |
Anzahl Ventile: | 4 |
Anzahl Zylinder: | 4 |
Leistung: | 103 kW (140 PS) bei 6.300 UPM |
Drehmoment: | 166 Nm bei 4.850 UPM |
Der Kia Soul ist ein Individualist - optisch nicht ganz alltäglich und innen ein bisschen unkonventionell gestaltet. Die Änderungen im Rahmen des Facelifts fallen überschaubar aus. Zu den Stärken zählen das Platzangebot, die gute Übersichtlichkeit und der günstige Einstiegspreis. Größter Schwachpunkt bleibt weiterhin das harte, unausgewogene Fahrwerk, das dem Einsatz als Familienauto etwas im Wege stehen dürfte.