Köln, den 08.08.2008
Ich kann aus nunmehr fast dreijähriger Erfahrung bzgl. des Service des Autohauses Bleses berichten.
Veranlassung für mich war zunächst, ein Mercedes-Autohaus zu finden, bei dem Service und das Preisleistungsverhältnis stimmen, weil ich bislang mein Fahrzeug bei einer großen Niederlassung zur Wartung/Reparatur gebracht habe. Dort war ich jahrelang sehr zufrieden und nach dem Weggang des Serviceleiters hatte ich keinen Ansprechpartner und ich war eine Nr. unter vielen. Dies ist so zu verstehen, dass man das Auto abgibt und später zurückgerufen wird, dass das Auto fertig sei. Rechnung kommt später.
Mit der Hoffnung der Verbesserung habe dann das Autohaus Bleses aufgesucht. Unter dem Strich kann man sagen, dass der Wechsel für mich keine Verbesserung darstellt.
Im einzelnen:
Es gibt keinen kostenlosen Leihwagen während der Reparaturdauer, es sei denn, es liegt ein Garantiefall vor oder es handelt sich um einen Fall, der unter die Mobilitätsgarantie fällt. Den Leihwagen gibt es dann auch nur auf "gesonderte" Nachfrage.
Selbst bei einer Reparatur von fast 1700,00 EUR (so erst in diesem Monat) unterhält man sich noch mit dem Serviceleiter und nach einiger Überlegung bietet er dann zumindest für die Hälfte der Reparaturdauer einen kostenlosen Mietwagen an. Für die übrige Zeit ist er kostenpflichtig. Bei meinen Kollegen, die u.a. Audi und Volvo fahren, sind dies völlig neue Seiten. Die erhalten grundsätzlich einen Leihwagen und zwar kostenlos.
Dieses Verhalten ist um so erstaunlicher, weil z.B. für das Auswechseln der Glühbirne am Nummernschild (ja dieses kleine Lämpchen), welches man von außen mit dem Lösen von zwei Schräubchen direkt findet, insgesamt einen Preis von knapp 17,00 EUR (brutto) berechnet. Das ist schon mutig. Für die Arbeiten werden ganze 2 AWs veranschlagt.
Beim Autohaus Bleses gibt es auch eine Dialogannahme. Will heißen: Der Wagen wird auf die Hebebühne gefahren und es findet eine "Sichtprüfung" statt. Es werden keine Messungen oder Sonstiges durchgeführt. Eigentlich nur "Kino".
Bei meiner letzten "großen" Reparatur rief mich z.B. der Serviceleiter an, teilte mir mit, dass 3 Injektoren ausgetauscht worden seien und der Wagen fertig sei. Nachdem ich den Schlüssel überreicht bekommen habe, teilte mir dieser Serviceleiter im Annahmebereich nahezu im Vorbeigehen mit: Hier der Schlüssel und das Wesentliche haben wir schon am Telefon besprochen. Mir als motorisierter Laie ist dies eigentlich zu wenig.
Schlecht war auch die Aktion mit dem ursprünglich eingebauten Russpartikelfilter von der Firma GAT, der bekanntlich mangelhaft war. Insoweit ist das Autohaus Bleses über Monate auf Tauchstation gegangen und später musste dann bezüglich einer Rechnung vom Zurückbehaltungsrecht Gebrauch gemacht werden, damit ein Austausch erwirkt werden konnte. Der vielfach propagierte Gedanke der Branche, gehen sie aktiv auf die Kunden zu, wurde nicht beachtet.- Ach übrigens: Kostenlosen Leihwagen gab es auch nicht.
Bei der Durchsicht meiner Rechnungen (Fahrzeug ist jetzt 5 1/2 Jahre, 120.000 km) in den letzten Jahren ergibt sich, dass die letzten Inspektion immer 1.000,00 EUR kosten. Entweder Material oder der Stundenaufwand ist entsprechend.
Letztlich bemängele ich, dass die Reparaturabwicklung nicht transparent ist. Man hat keinen direkten Ansprechpartner in der Werkstatt. Mängel werden bei Reparaturannahme aufgrund meines Laienverständnisses im Auftrag formuliert und es erfolgt z.B. keine Probefahrt mit dem Kunden. Mir ist es schon zweimal so gegangen, dass die bemängelten Einstellungen nach erfolgter Reparatur noch immer vorhanden waren, obwohl irgendwelche Teile ausgetauscht worden sind. Dies in der Abteilung Kundenzufreidenheit abzulegen; fällt mir offengestanden schwer.
Es erfolgt auch keine Betreuung dergestalt, wie bei anderen Autohäusern, bei denen es heißt, waren sie zufrieden, konnte der Mangel behoben werden.
Ich glaube unter dem Strich ist man in kleineren Autohäusern als Kunde besser aufgehoben. Es handelt sich auch bei dem Autohaus Bleses um ein großes Geschjäft mit großer Werkstatt, welches sicherlich kompetent ist, aber dem das "Herzblut" für den Kunden fehlt, wonach man einfach sagt, da fahre ich gerne hin, da fühle ich mich gut aufgehoben.- Irgendwie bleibt immer das Gefühl: Auto vorne abgeben und abends den Schlüssel wieder abholen, Rechnung kommt später.
An dieser Stelle vielleicht noch eine kleine Anmerkung. Seit einiger Zeit wird auch im Wartebereich kein Gratiskaffe mehr gereicht, sondern der muss vorher bezahlt werden.
Damit hier kein falscher Eindruck entsteht: Den Kaffee kann ich mir leisten und dies ist sicherlich kein Grund, das Autohaus aufzusuchen, aber in anderen Kfz-Häusern, selbst in großen, ist diese Art von erwartetem Service eine Selbstverständlichkeit.
Mit besten Grüßen
Wagenfeld