Top-Serviceleistungen? Die sehen gewiss anders aus...
Die Qualität des Werkstattbetriebes war zumindest im hier geschilderten Fall mangelhaft.
Ich beabsichtigte also, mein Fahrzeug nach vorheriger Anmeldung zu einer großen Inspektion in der Werkstatt abzugeben. Um ein wirklich vollständiges Gesamtbild bieten zu können, muss ich die Geschehnisse etwas ausführlicher schildern. Hierfür bitte ich um Verständnis und werde dafür so unterhaltsam und kurzweilig schreiben, wie es mir nur möglich ist.
Nach einer längeren Autofahrt - mit zwei Fahrzeugen, denn irgendwie muss man ja auch wieder nach Hause kommen - betraten meine Frau und ich die Werkstatt-Annahme vom Autohaus Fräter und ich wandte mich an die freundliche Dame an ihrem Informationstresen, um die notwendigen Formalitäten zu erledigen. Hierzu musste mich die Mitarbeiterin jedoch an den zuständigen Meister verweisen. Dieser war allerdings gerade nicht vor Ort, vermutlich auf einer Probefahrt. Ich habe also einige Minuten gewartet, und tatsächlich, nach einer kurzen Wartezeit von nur ca. 5 Minuten konnte ich die notwendigen Formalitäten erledigen, im Vorwege noch offene Fragen klären und meine Fahrzeugschlüssel schließlich übergeben. So weit, so gut - dachte ich… Wir fuhren also wieder nach Hause und erwarteten die Fertigstellung der im Rahmen einer großen Inspektion vorzunehmenden Arbeiten am nächsten Tag.
Am Folgetag erhielt ich dann den Anruf eines Autohaus-Mitarbeiters, der telefonisch darüber informierte, dass auch das Einstellen des Ventilspiels erforderlich werde, denn es handele sich ja um eine große Inspektion. Nun ja, diese Feststellung kam für mich nicht überraschend und ich hatte den Eindruck, der Service-Berater war von dieser Tatsache überraschter als ich. Selbstverständlich habe ich also in der Folge diesem ausgeklügelten Vorhaben, im Rahmen der großen Inspektion auch das Ventilspiel zu prüfen und ggf. auch einzustellen, zugestimmt.
Tatsächlich erhielt ich dann im Laufe des Nachmittags einen weiteren Telefonanruf dieses Mitarbeiters. Das Fahrzeug sei fertig, die Rechnung liege bereit, ich könne den Wagen abholen. Gemeinsam mit meiner Frau und ihrem Wagen machten wir uns also auf den nicht ganz kurzen Weg, um meinen Wagen nach der fertig gestellten großen Inspektion abzuholen.
Ich betrat also die Werkstatt-Annahme und wandte mich - mal wieder und auch auf die Gefahr hin zu langweilen - an die freundliche Dame an dem Informationstresen, um die notwendigen Formalitäten zu erledigen. Die Mitarbeiterin ging dann kurz die einzelnen Positionen der Rechnung mit mir durch - EUR 308,08 inkl. MwSt. - und eröffnete mir dann, in der Rechnung stehe: "Ventilspiel nicht geprüft, da keine Teile da sind."
Ich möchte meine Überraschung nicht in allen Details schildern, aber
1. eine Inspektion für rund EUR 310,00 - ohne Prüfung des Ventilspiels! - empfand ich nicht unbedingt als Schnäppchen, aber zur Wahrung etwaiger Gewährleistungsansprüche "grenzwertig akzeptabel",
2. warum das Ventilspiel trotz vorheriger Absprache angesichts fehlender Teile nicht geprüft bzw. eingestellt wurde, war für mich allerdings gar nicht nachvollziehbar.
Ich wandte mich also voller Zuversicht an die freundliche Mitarbeiterin, mir diesen - im doppelten Wortsinne - Umstand zu erklären. Schließlich sei die Autohaus Fräter GmbH eine Fach- und Markenwerkstatt für Opel, Suzuki und auch Honda, und die Kontrolle des Ventilspiels keineswegs überraschend oder unüblich. Bedauerlicherweise war aber der freundlichen Angestellten eine Erklärung nicht möglich, sie regte daher an, mich an den Meister zu wenden. Dieser sei allerdings momentan nicht da, vermutlich auf einer Probefahrt, und der andere so genannte Service-Berater, der vor Ort war, konnte auch keine Erklärung liefern und bot ansonsten lediglich ein besonders ausgeprägtes Desinteresse.
Na gut, abwarten, und tatsächlich, nach einer Wartezeit von gerade mal 12 bis 15 Minuten kehrte dann auch der erwartete Meister zu seiner wohl vorrangigen Wirkungsstätte zurück, der mir (zumindest annähernd angemessen) unglücklich die technischen Details der Ventilspielprüfung erläuterte (die für mich nicht von Interesse waren) und schlicht nicht erklären konnte, warum die nötigen Teile in dieser so genannten Fach- und Markenwerkstatt nicht vorhanden waren.
Es war mir unverständlich, es ist mir unverständlich, aber: Fehler können passieren und Verständnis - selbst fehlendes - kann aufgebracht werden. Wir vereinbarten also einen neuen Termin. An diesem Tag bekäme ich dann einen Wagen geliehen, um die etwa 7 km von der Werkstatt zu meiner Arbeitsstätte zurückzulegen. Dies sei einfacher als die Bereitstellung eines Taxis. Ein toller Service…
Am Morgen des vereinbarten Tages - der aufmerksame Leser wird es ahnen - betrat ich also die Werkstatt-Annahme und - für mich ein wenig überraschend - auch der ansonsten so fahrfreudige Service-Meister war zugegen, um die üblichen und notwendigen Formalitäten abzuwickeln und mich anschließend an die (andere als inzwischen gewohnte) freundliche Dame hinter dem Informationstresen zu verweisen, um dort die Schlüssel für den kostenlosen Leihwagen in Empfang zu nehmen. Gesagt, getan - und mit der freundlichen Information der freundlichen Dame hinter dem Informationstresen: "Der Wagen ist aber nicht voll getankt, sie müssen also zur Tankstelle, aber nur soviel nachtanken, wie Sie verfahren haben." nahm ich die Fahrzeugschlüssel für einen Suzuki Swift in Empfang und begab mich auf den Weg zu meiner Arbeitsstätte, und zwar in der Hoffnung, der Suzuki möge bloß nicht stehen bleiben, denn der Tank war laut Tankanzeige praktisch leer. Angesichts der technischen Schwierigkeiten, die mir ein Nachtanken für ca. 15 km Fahrstrecke (es gibt bekanntlich eine Mindestentnahmemenge an Tankstellen) und den bis dahin gemachten Erfahrungen mit dem Werkstattbetrieb vom Autohaus Fräter, verspürte ich nämlich nicht die geringste Neigung, der freundlichen Aufforderung der freundlichen Dame in irgendeiner Form - freundlich oder nicht - Folge zu leisten.
Schließlich ist dann die Hin- und Rückfahrt mit dem Suzuki Swift und seinem leeren Tank doch gelungen und ich betrat am Nachmittag die mir inzwischen fast heimisch gewordenen Räumlichkeiten der Werkstatt-Annahme und steuerte geradewegs auf die freundliche Mitarbeiterin (also jetzt wieder die erste, wirklich freundliche aber nicht wirklich hilfreiche) zu, die allerdings gerade mit einer anderen Kundin in einem Gespräch über verloren gegangene Fahrzeugbriefe vertieft war, das ich nur ungern mit einer allerdings durchaus angemessenen Bemerkung gestört hätte.
Nach einer Wartezeit von gerade mal 10 Minuten nahm dann schließlich diese Mitarbeiterin Notiz von mir, um mir dann auch freundlich den zu zahlenden Betrag für das Prüfen und Einstellen des Ventilspiels an meinem Honda Jazz nannte: EUR 157,04. Meine nur kurz aufgeworfene Frage, ob es für die vorgenommene Arbeit Ersatzteile aus purem Gold bedurfte, blieb unbeantwortet.
Ich nutzte also die kurze Zeit, die mir bis zum Bezahlen noch verblieb, um kurz eine einfache mathematische Berechnung ohne Zuhilfenahme technischer Hilfsmittel - also im Kopf - vorzunehmen und um zu dem Ergebnis zu kommen, dass ich jetzt unter dem Strich rund EUR 470,00 für eine große Inspektion an einem ziemlich kleinen Auto bezahlen durfte, dafür aber auch die durchaus verzichtbare Erfahrung eines miserablen Services in diesem Betrieb genießen durfte.
Gerne hätte ich den zuständigen Mitarbeiter, den unternehmungslustigen Service-Meister, nach den Hintergründen dieser Preissetzung gefragt. Ich hätte ihm auch gerne das Ergebnis meiner kurzen Überlegungen mitgeteilt. Und damit meine ich keineswegs das numerische Ergebnis (in Worten: vierhundertsiebzig Euro!), sondern die Tatsache, dass ich voraussichtlich keinen einzigen Schritt mehr in diesen Laden machen werde. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich dies künftig zu vermeiden weiß. Bedauerlicherweise konnte ich den Meister jedoch gerade nicht antreffen, er war gerade nicht vor Ort - vermutlich auf Probefahrt - und ich wollte hier, in diesem Autohaus, nicht noch mehr Wartezeit verschwenden.
Zum Abschluss meiner Ausführungen - quasi als "Sahnehäubchen" - noch Folgendes:
Wenige Tage nach der vorgeblich umfassend durchgeführten Inspektion habe ich leichtsinnigerweise wieder einmal den Hebel der Scheibenwaschanlage meines Fahrzeugs betätigt. Ein Vorgang, der angesichts des sommerlichen Wetters in den vorausgegangenen Tagen nur sehr, sehr selten vonnöten war und der angesichts des Volumens des Tanks der Scheibenreinigungsflüssigkeit von deutlich über 2 Litern eigentlich eine völlige Banalität sein müsste - schließlich hat das Service-Team vom Autohaus Fräter im Rahmen der ordnungsgemäßen Inspektion die Waschanlage aufgefüllt und auch nicht versäumt, mir "Scheibenreiniger, Menge 2, Preis 1,27, Betrag 2,54" (und zwar EUR, vor Mwst.) zu berechnen. Doch leider blieb selbst diese, beinahe die kleinste aller Erwartungen die man an einen Kraftfahrzeugfachbetrieb stellen kann, unerfüllt. Kaum ein Tropfen vermochte den Düsen der Frontscheibenwaschanlage in Ermangelung entsprechender Füllung zu entrinnen. Mit anderen Worten: Der Vorratsbehälter war leer, selbst diese Aufgabe konnten die "Service-Experten" im Rahmen der großen Inspektion nicht zufrieden stellend bewältigen, und ich habe durchaus genug Phantasie, mir die Qualität und Güte der weiteren Arbeiten auszumalen.
Es wird daher wohl niemanden wundern, dass ich mich schon vor einiger Zeit schriftlich an das Autohaus gewandt und versprochen habe, in Zukunft auf jeden weiteren Besuch in diesem Betrieb zu verzichten. Vermutlich ist aber diese Tatsache ebenso uninteressant für die Geschäftsleitung, wie meine geschilderten Erfahrungen. Bis heute habe ich jedenfalls von diesem so genannten Autohaus keine Antwort erhalten.
Soweit also meine ganz persönlichen Eindrücke und meine Erfahrungen mit der (vielleicht ja einmaligen?) mangelhaften Arbeitsqualität dieser Werkstatt. Als Resümee kann ich mich der Aussage von "Lenschi1" nur anschließen: Nie wieder Fräter!