Abdeckstifte sind eigentlich Wachsmaler, die man besser seinen Kindern zum Spielen gibt. Die Abdeckung trifft eher selten den Farbton, den man gern hätte und die Haltbarkeit der Reparatur lässt sich in Tagen beziffern. Sowas eignet sich bestenfalls um den Zeitpunkt des Schadens zu verschleiern, wenn man Vaters Auto versehentlich zerschrammt hat. ;o)
Je nach Tiefe der Kratzer eignen sich verschiedene Möglichkeiten.
Bei leichten Kratzern könnte man durch Polieren gute Ergebnisse erzielen. Vorraussetzung ist dabei, dass die Schrammen nur die oberste Schicht des Lackes betreffen. Es ist zu bedenken, dass der gesamte Lack durch das Polieren um den Betrag der Kratzertiefe dünner wird. Polieren macht den Lack evtl. schöner aber nicht besser! Bei modernen Fahrzeugen kann bereits nach wenigen Poliergängen die Grundierung durchschimmern. Immer drann denken: Polieren ist Abschleifen!
Die evtl. bessere Methode ist das Spot-Repair (eine punktuelle Reparatur). Dabei werden die Kratzer mit Lack gefüllt und die Oberfläche nach dem Aushärten an den Originallack angeglichen. Sobald die Kratzer so tief sind, dass sie mit den Fingernägeln deutlich zu spüren sind, oder sie die Grundierung erreichen, sollte gefüllt werden. Sobald das Blech durchschimmert sollte man sich beeilen, weil der Rost sonst den Schaden relativ schnell verschlimmert.
Bei tiefen Kratzern auf größeren Flächen wie mitten auf Türen oder auf Motorhauben oder Kofferraumdeckeln ist das Spot-Repair schwierig, weil leichteste Farbunterschiede der Reparaturstellen evtl. eher auffallen als an anderen Stellen. In solchen "Problemzonen" ist die Neulackierung einer größeren Fläche ratsam. Meist reicht es den Bereich zu begrenzen in dem man "nur" bis zu baulich vorhandenen Sichtgrenzen lackiert. (z.B. zwischen einer Zierleiste und einem formgebenden Knick oder einer Sicke im Blech).
Auch solche Reparaturen sind oft nicht so kostspielig wie man denkt. Bei der Beurteilung der Kosten sollte man bedenken, dass der Wertverlust des Fahrzeuges durch solche optischen Schäden oft weit höher liegt als die wirklichen Reparaturkosten.
Die Kratzerreparatur ist mit einem exakt passenden Lackstift und viel Geduld durchaus von jedem Hobbybastler zu schaffen. Man braucht feine Pinsel, sehr feines Schleifpapier und einige weitere Hilfsmittel, die in jedem Baumarkt verfügbar sind.
Nach vielen eigenen Experimenten und jahrelanger Erfahrung empfehle ich den Fachmann zu bemühen. Es geht erheblich schneller und die Ergebnisse sind sicher besser als die eines Anfängers. Wie gesagt, die Kosten sind gar nicht so hoch. Bei den Eigenversuchen gibt man Geld für Material und Werkzeug aus, verbringt viel Zeit mit Experimenten und erreicht evtl. doch kein Ergebnis, das besser aussieht als die Kratzer im "Rohzustand".
Am besten sucht man nach Betrieben die das Spot-Repair oder Smart-Repair anbieten oder eine Auto-Lackierwerkstatt.
z.B. hier finden sich Spezialbetriebe:
http://www.bvif.de/mitglieder/index_karte.html