verkauft Unfallwagen als unfallfrei, und neuer TÜV bedeutet nicht, dass wirklich TÜV gemacht wurde...
Alles begann im Februar 2007: ein Civic sollte her. Da ich nicht so viel Geld zur Verfügung hatte, wollte ich also einen Gebrauchtwagen kaufen. Fündig wurde ich beim Autohaus Stierle: 9 Jahre alter Civic, knapp 90.000 km, TÜV und AU neu, 8fach bereift, Alufelgen, Klimaanlage, MP3-Radio, neue Bremsen, etc. Das alles für 4700 Euro (und runtergehandelt auf 4200). So weit, so gut.
Die Probefahrt war leider nicht so ausführlich, wie ich mir das gewünscht hätte. Nur eine halbe Stunde, angeblich wäre da der nächste Termin für eine Probefahrt und man hätte nur ein rotes Nummernschild... d.h. in der kurzen Zeit konnte ich auch nicht in eine Werkstatt fahren, um das Auto checken zu lassen. Herr S. wusste wohl, warum.
Durch einen Unfall (mir ist jemand in die Seite gefahren) musste ich in die Werkstatt (nein, ich bin nicht zum Stierle, sondern zur Werkstatt meines Vertrauens). Nachdem der Schaden gerichtet war, hat mich meine Werkstatt gefragt, ob ich eigentlich wüsste, dass meine Reifen defekt wären. Hm? Nein. Ich hatte ja nur nach dem Profil der Reifen geschaut, da war noch genug drauf. Die waren allerdings 10 Jahre alt und hatten stellenweise tiefe Risse.
Zudem waren die Bremsbeläge defekt, der Auspuff undicht, der Zahnriemen nie gewechselt, Achsmanschetten gerissen, Zündschloss hat gewackelt. Außerdem war das ein Unfallauto - bereits an mehreren Stellen lackiert (Motorhaube, linker Kotflügel, linke Türe, Heck), wurde mir aber als unfallfrei verkauft. Und frei von jeglichen Mängeln.
Mit einem mulmigen Gefühl habe ich mich auf den Heimweg gemacht (mit kaputten Reifen - für mich als Fahranfänger wären die 3 Punkte dafür teuer geworden...).
Als ich bei Herrn Stierle vorgefahren bin und ihm die Mängel erklärt habe, hat er sich ihn angeguckt. Er hat dann gesehen, dass das Auto eine neue Stoßstange hat (die war eben leicht in Mitleidenschaft gezogen von dem Unfall), und mir glatt einen Unfall mit Motorschaden untergeschoben! Natürlich wäre der Motor auch neu... was absoluter Quatsch war. Außerdem würde er an der "alten Karre" eh nix mehr richten, und ich soll mich gefälligst vom Hof scheren. Die Karre könne ich da lassen, er gibt mir das Geld zurück, allerdings könnte er den natürlich als Unfallwagen nicht mehr für das Geld verkaufen (haha - einmal laut gelacht...), somit kann er mir das nicht mehr komplett zurückzahlen. Nachdem der mich 10 Minuten angeschrien hat, bin ich (mit Auto natürlich) verschwunden. Gebrauchtwagencheck beim ADAC machen (ich hatte die Befürchtung, dass da noch mehr kommt). Die Mängel (es waren zum Glück nicht mehr!) hat mir der ADAC bescheinigt, die meisten davon sicherheitsrelevant, und so hätte das Auto nie durch den TÜV kommen dürfen.
Zurück zum Stierle. War ihm alles relativ egal, ich wurde vom Hof geschmissen. Er würde nichts machen.
Ok, wozu hat man seine Rechtsschutzversicherung... nach einem Gespräch mit dem Rechtsanwalt und der Info an Herrn Stierle, dass sich der Rechtsanwalt mit ihm in Verbindung setzen wird, wurde der gute Mann auf einmal ganz handzahm. Die Achsmanschetten wurden nicht gewechselt, wohl aber Zahn- und Keilriemen, die komplette Auspuffanlage, Bremsen neu, und Sommerreifen von Kumho für die Hälfte (also 100 Euro), inklusive Montage.
Geht doch... hat mich allerdings 3 Monate gekostet, der Kampf.
Mein Fazit: nie wieder Stierle. Bei anderen Autohäusern mögen die Autos ein wenig teurer sein, dafür stimmt dort aber der Service.