Vor meiner Tochter und vor dem 3er BMW erfüllte ich mir einen Traum und kaufte mir ein A4 Cabriolet mit Multitronic. Was für ein Auto, was für ein Styling! Zuerst stellte sich die Frage nach der Motorisierung, der Diesel fällt aus und der 1,8er wirkte etwas schwächlich. Also suchte ich einen 3,0 und wurde fündig, Vollausstattung tolle Farbe und sehr wenig Kilometer. Auf Probefahrt stellte sich allerdings keine Zufreidenheit ein. Wo bitte verstecken sich hier 200 PS. Der Wagen fuhr, als hätte man eine Zündkerze gelockert. Hektischer Anruf bei einem befreundeten Autoverkäufer. "Klar, der ist zu schwer. Du musst einen S4 suchen. Oder nimm einen 2,4er, der ist viel günstiger und macht gefühlt keinen Unterschied zum 3,0 außer 10 km/h Endgeschwindigkeit." Die Frage nach dem leckeren S4 wurde von der Brieftasche beantwortet und in der Tat waren die 2,4er deutlich günstiger. Auf einer Probefahrt wurde mir klar bestätigt, kein großer Unterschied zum 3,0. Also kaufte ich bei der Firma Pattusch in Dresden einen fünfmonatigen Vorführwagen in Vollaussattung für nahezu 20 TEUR (!!!) unter Listenneupreis. Gut, gerade gab es das "neue" Faceliftmodell. Der Wagen war ein Traum, Schwarzmetallic und beiges Leder und viel Wurzelholz in der Hütte, dazu originale 19" Alus! Ja, auch der 2,4er tat sich im Antritt etwas schwer, sicher auch ein kleiner Tribut an die Multitronic, ballerte aber bei Bedarf mit einem angenehmen Sechzylinder-Sound mit 225 über die Bahn. Wir sollten in der Klasse dem Verbrauch weniger Beachtung schenken, Sparer sollen Polo fahren. Erwähnt sei trotzdem, er nimmt zwischen moderaten 8 bis zu 13 Ltr - geht so. Drei Jahre und fünfzigtausend Kilometer fuhr ich ihn ohne eine Macke und ohne Mangel und ohne Nachwuchs würde er sicher immer noch in meiner Garage hausen. Der Verkauf war allerdings ein Desaster, ich habe an dem Wagen leider weitere 12 TEUR (!!!) verloren. Gut nur, dass ich nicht den Listenneupreis von knapp 60 TEUR gezahlt habe! Ja, da sieht man es wieder, der 2,4er ist nicht so beliebt. Es ist ein verkannter Motor, er harmoniert mit dem Auto, er hört sich angenehm an und er weist noch moderate Verbrauchswerte auf (meine Frau, die Rennfahrerin, bewegte diesen Wagen nach der MFA mit 6,8 Ltr). Audi Leute sprachen diesem Motor eine hohe Zuverläsigkeit zu. Mal ehrlich - was soll ein Diesel in so einem schicken Auto? Dann lieber einen Sechzylinder mit Gasumbau! Die Unterhaltskosten explodieren allerdings, wenn man den Wagen in München in Fachwerkstätten warten lässt. Die spinnen total, ich habe keine Inspektionsrechnung unter 600 (auch für Erstinspektion!) Euro bezahlt. Egal, wenn das Töchterchen noch etwas größer ist, denke ich über einen gepflegten Drittwagen in Form eines A4 Cabrio nach. Irgendwann haben sich die Preise stabilisiert und gehen wieder nach Oben! Diese Autos haben das Zeug zum Klassiker und bis dahin kann man mit ihm jeden italienischen Tankwart die Freudentränen in die Augen treiben. Die Italiener lieben diesen Wagen und die haben bekanntlich Geschmack!